Mehlsilos im Wandel der Zeit


Als Nachfolger der gänzlich aus Holz hergestellten Mehlsilos mit Holzträgerwerk und Nut und Federbrettern entwickelten wir 1983 das SH-Silosystem. Dieses Stahl-Holz-System bestand aus einem Stahlgestell aus Vierkantstielen und horizontalen Riegeln aus U-Standardprofil. Die Wände wurden aus Mehrschichtholz in Platten-formaten bis 1,5 x 3,0 m ausgekleidet. Gegenüber den Ganzholz-Silozellen hatte dieses System weniger und saubere Stoßstellen. Durch das Schraubsystem war zudem der nachträgliche Einbau in bestehende Mühlengebäude durch vorhandene Türen und Montageöffnungen möglich.

Bedingt durch Bewegungen im Gebäude, Dehnungen durch Temperaturunter-schiede und Alterserscheinungen benötigt aber auch dieses System regelmäßige Wartung für eine langzeitige Dichtheit.
Die nach außen hin offenen horizontalen Wandriegel müssen zugänglich sein, damit diese regelmäßig gereinigt werden können.


- Ingma Silosystem SH, 1983 - (Bauart eingestellt 2006)

Parallel zu dieser Bauart gab es schon seit 1963 das ingma-Glattwandsystem. In den Anfangsjahren mit dem Stielsystem in Schraubbauweise (RF-System), was jedoch seit den 90er Jahren immer mehr vom Stecksystem (SB-System) abgelöst wurde.
Das ingma Glattwandsilosystem Typ SB ist durch die glatten Innen und Außen-wände für die Einlagerung von pulvrigen Produkten aus Food undNon-Food geeig-net, somit auch für Konsummehl. Bei der Verwendung dieses Systems sind jedoch folgende Punkte zu beachten:
• Die Eintragung in die Silozellen muss drucklos erfolgen.
• Eine Gewähr auf staubdichte Ausführung kann nur bei Montage durch unser Team und guten Wettervorrausetzungen gegeben werden. 


- Ingma Glattwandsilo 1963 bis heute – (Beispiel Saatgutsilo Bj. 2012/13)

Das neue Silosystem Typ „ingma 102.04“ ist eine Weiterentwicklung aus ingma Glattwandsilos in Steckbauweise und dem SH-Silosystem. Der neue Silo ist von innen und außen im Werk luftdicht verschweißt und nahtlos glatt, somit ein Garant für die bestmögliche Hygiene. Die Ausführung ist dauerhaft luftdicht, auch bei Überdruck durch pneumatische Befüllung. Die pneumatische Befüllung kann direkt in den Silo erfolgen und mechanische Bauteile, wie die Zellenradschleuse, als Trennorgan entfallen. Die Ausnutzung des gesamten Kopfraumes als Abscheider verlängert zudem die Reinigungsintervalle des Schlauchfilters.

Der Silokörper besteht aus einem Siloschaft, Auslauftrichter und der Zellendecke.
Der Silo wird im Werk in einem Stück hergestellt und nach erfolgreicher Prüfung und Abnahme in einem Stück ausgeliefert.

Die Silowände und Zellendecke hergestellt in einer Sandwichbauweise, bei der eine Innenhaut aus 2,0 bis 3,0 mm Stahlblech und eine Außenhaut aus 2,0 mm Stahlblech durch 80 mm Luftraum getrennt sind. Erst durch die Herstellung in einem Stück kann die absolute Dichtheit dieses Luftraumes beim gesamten Silokörper gewährleistet werden.

Bei der Einlagerung von mahlwarmen Gut werden große Temperaturunterschiede durch die isolierende Luftschicht der Sandwichbauweise mit 80 mm verzögert aus-geglichen und Kondensatbildung mit Folgen der Schimmelbildung weitgehend vermieden. Zur Perfektionierung bieten wir optional an, den Kopfraumbereich von innen aus Edelstahl auszuführen. Bunkeraufsatzfilter werden grundsätzlich aus Edelstahl hergestellt.

Die waagrechten Rahmen am Trichter sind in der Regel zum Reinigen gut erreich-bar, um jedoch die Ablageflächen gänzlich zu vermeiden, ist auch die Ausführung des Trichters in Sandwichbauweise optional möglich.

Der Silokörper hat entsprechende Ösen, so dass er sowohl horizontal transportiert, als auch vertikal aufgestellt werden kann. Zur Montage werden ein Hauptkran und ein kleinerer Hilfskran benötigt. Durch diese kompakte Bauweise werden die Montagekosten minimiert.

Beim Einbau in ein bestehendes Gebäude kann sich durch die glatte Außenwand kein Staub und Ungeziefer absetzen. Bei bestehenden Gebäuden, insbesondere bei getrennten oder Gebäuden mit Trennfuge, finden immer Bewegungen durch Erdsetzungen und/oder Windlasten statt. Dieses macht eine dauerhafte Abdichtung zum Zwickelbereich unmöglich. Der einzige Schutz vor Ablagerungen auf Vor-sprüngen kann also nur durch Vermeidung derselben erfolgen.

Durch dieses neue System „ingma 102.04“ geben Sie Ungeziefer und Nagetieren keine Nistmöglichkeiten und haben auf lange Zeit ein hygienisch einwandfreies Mehlsilo.

Die hygienischste Außenverkleidung ist aus massiven Gasbetonplatten. Hierzu werden Konsolen und Halfenschienen direkt am Silokörper und die Gasbetonplatten waagrecht angebracht.


- Ingma Silo 102.04, 2010 – bis heute 


- Montage, Ingma Silo 102.04, Baujahr 2012 -


Der Lieferumfang beinhaltet die Gestellung einer prüfbaren, aber ungeprüften, statischen Berechnung des Silos gemäß DIN 1055/6.
Optional mit Erdbebennachweis und Nachweis explosions-druckstoßfester Ausführung.


Michael Martin
Mühlenbautechniker DMSB

19.08.2013